Passiv ist für Opfer, Aktiv für Helden

Zu viele Sätze stehen im Passiv statt im Aktiv. Passiv ist die Leideform des Verbs. Es drückt aus, dass mit jemandem etwas gemacht wird, dass ein Opfer etwas erleidet. Ab und zu ist die Verwendung des Passivs angebracht:

 

Angestellte eines Restaurants im Zürcher Kreis 4 sind von drei Unbekannten mit einer Waffe bedroht und überfallen worden. Verletzt wurde niemand. Die Räuber erbeuteten mehrere hundert Franken. Sie konnten unerkannt entkommen.

 

Am wichtigsten scheint der BZ Basel hier zu sein, was mit den Angestellten geschah. Die Täter sind unbekannt. So stehen die ersten beiden Sätze im Passiv.

 

Die Baselbieter Polizei hat in Binningen zwei mutmassliche Einbrecher festgenommen.

 

Hier hingegen ist der Auftritt der Baselbieter Polizisten als aktive Helden wichtiger. So steht der Satz im Aktiv. In vielen Texten hingegen verleitet das Passiv dazu, dass wir nicht sagen, wer der handelnde Akteur ist. Wir sollten aber klar ausdrücken, wer was tut, wer was denkt, wer was sagt.

Tipps:

  • Vermeide Passiv, wo es geht.
  • Verwende Passiv nur, wenn die Akteure einer Handlung unwichtig sind oder wenn ihre Nennung die Aussage kompliziert machen würde.

Übung 1

Wandle die folgenden Beispielsätze vom Passiv ins Aktiv um und entscheide anschliessend, welche Form die bessere ist.

 

1. Rom wurde nicht in einem Tag erbaut. 

 

2. Von niemandem wurde auch nur ein Wort gesagt.

 

3. Es wird zu viel sich gestritten.

Übung 2

Schreibe zwei kurze fiktionale Texte: Du bist ein Teilchen. Wovon du ein Teilchen bist, legst du selber fest.

  1. Schreibe im ersten Text, was mit euch Teilchen oder mit dir allein gemacht wird. Möglichst viele Sätze stehen im Passiv.
  2. Schreibe im zweiten Text, was du als Teilchen mit den anderen machst. Jeder Satz steht im Aktiv.